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Die drei Aufführungen der Prohliser Stadtteiloper begeistern Publikum und Mitwirkende

Ein Jahr voller Ideen, Begegnungen und kreativer Prozesse fand am 19. und 20. Juni 2026 seinen vorläufigen Höhepunkt: Mit insgesamt drei Aufführungen präsentierten wir mit der Stadtteiloper „Plattenspieler:innen erstmals die Ergebnisse unserer gemeinsamen Arbeit. Auf der Bühne standen Kinder und Jugendliche aus den kooperierenden Grund- und Oberschulen in Prohlis, mit dem Musaik-Orchester und weiteren Musik-Ensembles aus dem Stadtteil, die seit zwei Monaten gemeinsam mit Künstler:innen, Pädagog:innen und dem Projektteam von Musaik - Grenzenlos musizieren e.V. an einer ganz besonderen Oper gearbeitet hatten.

Die Oper

Wir befinden uns im Jahr 2061: Der Halley’sche Komet nähert sich der Erde und wird zum beherrschenden Thema der “Intergalaktischen Nachrichten – live aus Prohlis“. Bei ihren Recherchen – unterstützt von einer Zeitmaschine – entdecken die Reporter:innen Cosma, Shiva und Nova, dass sich vor Jahrtausenden ein Fragment vom Kometen gelöst hat: HALLEY, ein singender Stein, der in Dresden‑Prohlis gelandet ist.

Gemeinsam mit den Reporter:innen reist HALLEY durch die Epochen: von den ersten Begegnungen mit neugierigen Urmenschen über die Entstehung des Dorfes Prohlis am Wasser und die Begegnung mit dem Astronomen Johann Georg Palitzsch bis hin zu Breakdancern der 1980er Jahre und schließlich in die Gegenwart.  Für die Menschen, denen HALLEY begegnet, wirkt das Kometenstück zunächst fremd und rätselhaft. Doch HALLEY ist weder gefährlich noch bedrohlich: Sie möchte verstanden werden und einen Platz auf der Erde finden. Schritt für Schritt lernen sowohl die Menschen als auch die Reporter:innen aus der Zukunft, ihre Angst vor dem Unbekannten und vor HALLEY zu überwinden. So beginnt eine Reise durch die Geschichte von Prohlis – und durch die Verwandlung einer urzeitlichen Siedlung in einen lebendigen Stadtteil.

Die Erarbeitung

Was im Frühjahr 2025 mit ersten Gesprächen, Interviews und Bürger begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem Projekt, das viele Menschen im Stadtteil miteinander verbunden hat. Die Geschichten, Ideen und Perspektiven der Beteiligten bildeten die Grundlage für die Aufführung. In den vergangenen Monaten entstanden in Workshops für Breakdance, Rap, Schauspiel, Legetrickfilm, Bühnenbild und Kostüm zahlreiche künstlerische Beiträge. Die Kinder und Jugendlichen konnten eigene Ideen einbringen und neue Ausdrucksformen kennenlernen. Die Aufführungen selbst waren geprägt von großer Konzentration, Aufregung und spürbarem Stolz. Viele der jungen Mitwirkenden standen zum ersten Mal vor einem größeren Publikum auf einer Bühne: Mut, Selbstvertrauen, Kreativität und Zusammenhalt waren während der gesamten Aufführungen deutlich zu spüren.


Die Aufführung

Besonders beeindruckend war die Vielfalt der entstandenen Beiträge. Tanz, Musik, Schauspiel, Legetrick und Kameraführung griffen ineinander und machten deutlich, wie viele unterschiedliche Talente in den Klassen und im Stadtteil vorhanden sind. Aus anfänglicher Zurückhaltung wurde viel Stolz - die Kinder begannen mit dem Publikum zu spielen, wir konnten beobachten wie offen und freudig sie waren. Auch das Publikum reagierte begeistert. Eltern, Geschwister, Lehrkräfte, Freunde, Nachbarn und zahlreiche weitere Gäste begleiteten die Aufführungen mit großem Interesse und viel Applaus. Für viele war es bewegend zu erleben, mit welchem Engagement und welcher Selbstverständlichkeit die Kinder und Jugendlichen ihre Rollen auf und hinter der Bühne ausfüllten.

Das Musaik-Orchester

Die drei Aufführungen markieren einen wichtigen Meilenstein: Die Stadtteiloper war ein Projekt, das kulturelle Teilhabe ermöglichte, Begegnungen schaffte und die Stimmen von Kindern und Jugendlichen sichtbar machte. Genau das wurde an diesen Tagen eindrucksvoll erlebbar.

Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten – den Schülerinnen und Schülern, den Lehrkräften, den Workshopleitungen, den unterstützenden Partnern sowie allen Menschen, die das Projekt begleitet und möglich gemacht haben. Insbesondere hat auch das Musaik-Orchester einen großen Schritt nach vorne gemacht! Welches Kinder- und Jugendorchester hat schon einmal eine ganze Oper mit klassischen Stücken der Opernliteratur begleitet? Einzigartig!

Wir freuen uns auf die nächsten Schritte der Plattenspieler:innen und auf alles, was aus den vielen entstandenen Ideen noch wachsen wird.

 


Weitere Mitwirkende

Danke an die unzähligen Mitwirkenden auf musikalischer Seite, darunter:

  • Sächsische Staatskapelle Dresden
  • Community-Chor und Community-Orchester
  • Musik-Ensembles aus dem Evangelisch-Lutherischen Kirchspiel Dresden Süd

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